München, 4. 10. 36

Nr. 40

Im Einzelabonn. monatl. RM. —.60

Das ift die Allftromausführung des Quick, des erfolgreichen Drei-Röhren-Super-

hets für den Selbftbau, deffen fämtliche Teile einfchließlich einer fehr kräftigen

Endröhre nur rund RM. 100.— koften. Die Baubefchreibung zu diefem Gerät beginnt im heutigen Heft. Aufnahme Monn.

RUNDFUNK-NEUIGKEITEN

Vor der Inbetriebnahme des Nebenlenders Görlitz

Der Intendant des Reichsfenders Breslau, Hans Kriegler, gab in einer Vorfchau auf das kommende Winterprogramm bekannt, daß noc in diefem Winter die Inbetriebnahme des Nebenfenders Görlitz erfolgen foll, der damit die Möglichkeit gibt, Niederfchle- fien weit ftärker als bisher im Gefamtprogramm des Reichsfenders Breslau zu berückfichtigen. Bei diefem Nebenfender Görlitz han- delt es fih um den im Bau befindlichen Sender in der Nähe von Reichenbach.

Finen weiteren Ausbau bzw. eine weitere Verbeflerung wird der Reichsfender Breslau durch den Bau eines neuen großen Sendefaals erfahren, der etwa 2000 Perfonen faflen kann. Das Gelände für den Bau diefes großen Senderaumes ift bereits an-

gekauft worden. . Kapitalzulammenlegung

bei der italienilchen Philips-Gelellichaft

Die italienifche ‚‚Philips-Radio‘“ in Mailand hat foeben befdlof- fen, ihr Aktienkapital von 5 Millionen Lire auf 4 Millionen Lire zufammenzulegen. Durc diefe Zufammenlegung wird der Verluft aus dem vergangenen Gefchäftsjahr in Höhe von 1007741 Lire bis auf einen kleinen Reft abgedeckt. Gleichzeitig kaufte die ita- lienifche Philips die S. A. Zenith in Monza, eine Glühlampen- und Röhrenfabrik, um dadurch einen größeren Marktanteil zu bekom- men. Die S. A. Zenith ift eine Gefellfchaft mit einem Kapital von 600 000 Lire. Um diefen Ankauf durchzuführen, wurde das Aktien- kapital der Radio Philips um 0,4 Millionen Lire erhöht, fo daß nadı Zufammenlegung und Erhöhung die italienifche Philips-Radio über ein Aktienkapital von 4,4 Millionen Lire verfügt. Die italie- nifche Philips-Radio ift eine Toochtergefellichaft des holländifchen Stammhaufes.

314

Wie arbeiten die Bildfä

nen um das neuzeitliche Fernfehen.

Bei den Olympifchen Sommerfpielen konnte man den erfien praktifhen Einfatz der neuen Bildaufnahmegeräte für unmittel- bares Fernfehen erleben und mußte feftftellen, daß fchon diefe allererften Olympia-Fernfehübertragungen fehr gut brauchbare Bilder lieferten, die auch bereits Einzelheiten recht gut erkennen ließen. Während es fih auf dem Reichsfportfeld aber noch um Freilihtaufnahmen handelte, brachte die Funkausftellung die erften Kunftlicht-Sendungen, und man war erftaunt, wie verhält- nismäßig wenig Licht zu einer folchen direkten Fernfehaufnahme notwendig war. Die Lichtempfindlichkeit der Bildfänger hat heute ichon die eines hochempfindlichen Kinofilmes erreicht, fo daß überall dort, wo Kinoaufnahmen möglich find, auch die Fernfeh- Aufnahmegeräte eingefetzt werden können.

Die deutfche Fernfehtechnik verwendet heute für die direkten Übertragungen zwei verfchiedene Bildaufnahme- und Abtaftver- fahren: Das Verfahren nah Zworykin, das in verbeflerter Form die Bildfänger von Telefunken und vom Reicdhspot- Zentralamt zur Grundlage haben, und das Verfahren nach Farnsworth, das die Grundlage für die Elektronenkamera der Fernfeh-A.-G. bildet. Beide Verfahren find zwar amerikani- fchen Urfprungs, aber erft in Deutfchland weiteftgehend verbeflert und vereinfadht. In Amerika hat weder das Ikonofkop von Zwory- kin noch die Farnsworth-Kamera eine wirklidı praktifche Verwen- dung in einem regelmäßigen Fernfeh-Programmbetrieb gefunden. Die erfte praktifhe Nutzanwendung der Bildiänger zeigte Deutfch- land! Letzten Endes ift ja nicht allein die Bildfänger -Röhre für die praktifche Brauchbarkeit und den Erfolg des Verfahrens maß- gebend, fondern auch die dazugehörenden Breitbandverftärker, die Modulationseinrichtungen, die Breitbandkabel und vor allem die „Breitband“-UKW-Sender. Erft wenn diefe fämtlihen Ein- richtungen allen Anfprüchen vollauf genügen, kann man daran denken, mit einem ffändigen praktifdıen Betrieb zu beginnen.

Das Grundprinzip beider in Deutfchland benutzten Verfahren ift das gleiche. Sowohl beim Zworykin- wie auch beim Farnsworth- Verfahren wird die zu übertragende Szene zunächft mit einem Objektiv eingefangen und die Helligkeitswerte diefes optifhen Bildes mit Hilfe des photoelektrifchen Effektes in elektrifche Strom- Ichwankungen umgewandelt. Es entfteht gewiflermaßen ein ‚„elek- trifches“ Bild aus mehr oder weniger ftark angehäuften Elek- tronen, die dann Punkt für Punkt und Zeile für Zeile fortge- nommen (abgetaftet) und als Stromftöße dem Verftärker und ichließlich dem Sender zugeleitet werden !).

Der Bildfänger nach Farnsworth.

Zuerft wollen wir uns mit der Elektronen-Kamera der Fern- feh-A.-G. befchäftigen, die in Form und Größe von einer normalen

1) Siehe auch „Das Fernfehauge Ikonofkop“ in Heft 26 FUNKSCHAU 1935.

Die uns von den olympifchen Spielen her bekannte Telefun- ken-Fernfehkamera. Die große Vorfatzlinfe ift abgenommen. (Vergl. auch das Bild auf der

Titelfeite in Heft 35.) N nn

Werkaufnahme. =

nger? - Dieie Frage haben Sie fich wahrfcheinlich Ichon geitellt. Haben Sie Antwort gewußt? Sicherlich, denn Siewerden fich an den Artikel erinnert haben „Das Fernfehauge Ikonofkop“ aus Heft 26 vorigen Jahres, deffen eriter Satz lautet „Das Fernfehauge wird, wenn nicht alles trügt, der Fernfeher der Zukunft werden“ und der die grund- lätzliche Funktion diefes erften, von Menfchenhand geichaffenen Auges erklärt. Es gibt allerdings noch ein weiteres Verfahren, das augenblick- lich gleichfalls praktifch angewandt wird. Der Artikel heute befaßt fich insbefondere mit der Arbeitsweife der beiden neuen deutichen Bild- fänger, die erftmalig zur Olympiade herausgekommen lind. Daher bedeutet diefer Auffatz einen wichtigen Beitrag zum Wiilen des einzel-

u Das Fernlehauge

fein Aufbau und feine Wirkungsweile

Die Kamera der Ternfeh-A.-G., die nadı dem Syftem von Farnsworth arbeitet. Werkaufnahme.

Kinokamera kaum zu unterfceiden ift und die nacı dem Farns- worth-Syftem arbeitet. Philo T. Farnsworth, ein Amerikaner, fchäftigt fich bereits feit etwa 1925 mit der Entwicklung diefes Ver- fahrens und kam fchon fehr frühzeitig zu der Erkenntnis, daß ein gutes und deutliches Fernfehbild ein Rafter von mindeftens 40000 Bildpunkten aufweifen muß. Diefe Forderung ftellte Farns- worth fchon um das Jahr 1930 auf, zu einer Zeit, als man in Deutfchland mit 1260—2500 Bildpunkten und 1213—20 Bildwech- feln pro Sekunde fernfah und in Amerika gerade 4320 Bildpunkte und 20 Bildwedhfel als ‚Norm‘ vorfchlug!

Den Aufbau der Elektronenkamera der Fernfeh-A.-G. zeigt die Abb. 1. Die Zerlegerröhre hat eine zylindrifche Form und be- fitzt an ihrem einen Ende eine großflächige, lichtempfindliche Photokathode, auf die die zu übertragende Szene mittels eines Objektives abgebildet wird. Je nachdem, wie ftark die Photo-Ka- thode an den einzelnen Punkten von dem auffallenden Bild „be- leuchtet“ wird, werden mehr oder weniger Elektronen aus der Photofhicht herausgefchlagen ?). Je heller die Bildftellen find, defto mehr Elektronen verlaflen die Schicht.

In einiger Entfernung von der Kathode ift die Anode in Form eines Metallzylinders angebracht, die den aus der Photofhict austretenden Elektronen eine Befchleunigung erteilt, fo daß die Elektronen gewiflermaßen von der Schicht fortgezogen werden

2, Photof&hichten enthalten auch die gewöhnlichen Photozellen. Über die Wirkungsweife der Photozellen fhrieb die F UNKSCHAU in Nr. 6/1934.

Diefe Ausführung der Telefunken-Fernfehka- mera unterfceidet fich in elektrifher Hinficht nicht von der Ausfüh- rung im Bilde links oben. Der die Kamera Bedienende kann jedoch das eingefangene Bild nicht auf einer Matt- fcheibe betrachten. Werkaufnahme.

und als Elektronenftrahlen durd die Röhre laufen. Denken wir uns jetzt das gefamte Elektronenftrahlenbündel an einer Stelle fenkrecht zur Strahlenrichtung durchgefchnitten, erhalten wir in der Schnittebene ein elektrifches, unfichtbares Elektronen- bild, deffen Helligkeitswerte durch eine mehr oder weniger ftarke Anhäufung von Elektronen gebildet werden. In der Abb. 1 ift diefes Elektronenbild von geftrichelten Linien eingerahmt. Würde an diefer Stelle ein Fluoreszenzfhirm aufgeftellt werden, könnte man das unfichtbare Elektronenbild fogar fichtbar machen.

Das Elektronenbild muß aber genau die gleiche Schärfe auf- weifen wie das optifche Bild auf der Photokathode und darf keiner- lei Verzerrungen oder Verzeichnungen enthalten. Diefe Forde- rung ift nur durch befondere Maßnahmen zu erfüllen, weil die von den einzelnen Lichtpünktchen auf der Photokathode aus- gehenden Elektronenftrahlen nicht immer den gleihen Durch- ınefler beibehalten, fondern mit zunehmender Weglänge etwas auseinanderlaufen und breiter werden, man fagt: fie „divergie- ren“. Den Endeffekt fehen wir in der Abb. 2. Die feinen kleinen Lichtpünktchen auf der Kathodenfhicht kommen nicht mehr in genau gleicher Größe in der Elektronenbildebene zur Abbildung, fondern infolge der Strahlenverbreiterung in vergrößertem Maß- ftabe. Die abgebildeten Bildpunkte laufen ineinander, die Bild- konturen verwifchen fih und mit der erforderlichen Bildfchärfe ift es vorbei. Deshalb legt man außen um die Bildröhre eine Magnetfpule herum, deren Kraftfeld das Auseinanderfließen der FElektronenftrahlen verhindert (Abb. 3). Der Erfolg ift dann tat- fächlich der, daß des Elektronenbild ohne Verzeihnung inder gleichen Schärfe wie das optifheBilderfcdeint.

Spule f Elektranenaoptik Soute f Bildablenkung

unsichtbores Ei Jektronenbild

See , DARAN AAN = 5 EENSONTTEEN Elektronenauffünger

und Abtostblende

N

Abb. 1. Der Aufbau der Elektronenkamera der Fernfeh-A.-G.

Die nächfte Aufgabe ift nun die Bildabtaftung, d. h. die Zerlegung des Bildes in die für die Übertragung erforderlichen einzelnen Bildpunkte bzw. in die 180 oder 375 Bildzeilen. Hierzu betrachten wir die Abb. 4, die einen Querfchnitt durch die Zer- legerröhre darftellt. In diefem Bilde bemerken wir unmittelbar hinter der Elektronenbildebene das ift die Stelle, an der das Elektronenbild entfteht! ein dünnes Metallröhrchen, in dem (in Richtung zur Kathode) eine winzig kleine quadratifche Öff- nung eingelaffen ift, die fogen. ‚„Abtaftblende“, die die Größe eines einzelnen Bildpunktes aufweift. Bei 180 zeiliger Übertragung hat diefe Abtaftblende alfo die „Größe“ von !/4o000 und bei den 375-Zeilen-Bildern die Größe von fogar nur !/,70000 des Elektro- nenbildes. Hinter der Blendenöffnung, inmitten des Metallröhr- chens ift der „Elektronenauffänger“ untergebracht. Diefer ift eine befondere Elektrode, welche die Elektronen aus dem Teil des Elektronenbildes, das fih gerade vor der Blendenöffnung be- findet, herauszieht und auffängt. Es entfteht ein Stromftoß, deflen Stärke genau der Helligkeit (der Elektronenzahl) des gerade zu übertragenden Bildpunktes entfpricht.

Da diefe Ströme aber nur außerordentlich fhwacı find, ver- ftärkt man fie noch vor Verlaflen der Zerlegerröhre unter Zu- hilfenahme der Sekundärelektronen-Emiflion. Entweder ift der Elektronenauffänger als Gitter ausgeführt, wie bei den erften Modellen der Farnsworth-Röhren, wobei die aufgefangenen Elek- tronen durdı das Gitter hindurchfliegen und auf die Innenfläche des Röhrchens aufprallen, die mit einer leicht Sekundärelektronen emittierenden Schicht überzogen ift. Die dort ausgelöften Sekun- därelektronen werden dann von der Auffängerelektrode aufge- nommen und dem Verftärker zugeführt. Statt diefer einmali- gen Sekundärelektronen-Verftärkung kann man natürlich audı eine vielfache Verftärkung erreichen, indem man den Elektronen- at9) hintereinander auf mehrere Emiflionselektroden auftreffen äbt’).

Bisher haben wir nun aber immer nur von einem Punkt des Elektronenbildes gefprochen, nämlich von dem, der fidı gerade vor der Abtaftblende befand. Nun muß aber an der Abtaftblende das ganze Elektronenbild Zeile für Zeile an der Blende vorbei- geführt werden, und zwar 25 mal in jeder Sekunde. Zu diefem Zwe&k find um die Zerlegerröhre außer der Elektronenoptik- Spule noch zwei „Ablenkfpulen‘“ herumgelegt, deren Zeilen- fpule für die Vorbeiführung des Elektronenbildes an der -Abtatft- blende in waagerechter Ridıtung forgt, während die Bild- {pule die Bewegung des Elektronenbildes in fenkrecter Rid- tung fteuert.

Die der Helligkeit der einzelnen Bildpunkte entfprechenden Stromimpulfe werden nach der Vorverftärkung im Sekundär- elektronenverftärker dem Hauptverftärker zugeleitet und Ichließ-

zZ. Verstärker

1) Das ift dann der Zworykin’fhe Sekundärelektronen-Vervielfacher, über

den wir in Heft 25 eingehend berichtet haben.

315

Die Telefunken-Fernfehkamera geöffnet. Man ift erftaunt über die Einfachheit der Einrichtung, die nur aus Optik, Fernfehauge und Verftärker befteht. Werkaufnahme.

lich in einem befonderen Modulationsgerät einer Trägerwelle aufgedrüct. Diefe Trägerwelle ift notwendig, da man das breite Frequenzband der Bildmodulation nicht ohne weiteres direkt über Kabel zum Sender leiten kann, andernfalls ein nicht uner- heblicher Teil der Frequenzen auf dem Kabelwege verloren gehen würde. Im Sender erfolgt dann wieder die Demodulation der Kabelträgerwelle und die endgültige Modulation der ultrakurzen Trägerwelle des Bildfenders.

Das Verfahren nach V. K. Zworykin.

Die Bildfänger von Telefunken arbeiten nach dem Verfahren von V. K. Zworykin, deflen Bildaufnahme-Kamera unter dem Namen „Ikonofkop“ bekannt geworden ift. Das Hauptmerk- mal des Telefunken-Bildfängers ift das Zellenrafter (Bild 5), das fih aus einer Schicht von Millionen allerkleinfter Cäfıium-Photo- zellen, einer metallenen Gegenplatte und einer dazwifchenliegen- den Iislierfchicht zufammenfetzt. Wir erhalten alfo punktförmige Photozellen, die mit je einem kleinen Kondenfator, der von der Photofhicht und der Gegenplatte gebildet wird, hintereinander- gefchaltet find. Auf die Photozellenfhicht wird nun das zu über- tragende Bild mittels des Objektives verkleinert abgebildet, wäh- rend der von den Ablenkfpulen gefteuerte Kathodenftrahl 25 mal in jeder Sekunde das Bild in 180 oder 375 Zeilen abtaftet.

Links: Abb. 2. Die Elektronen-

ftrahlen divergieren, die Licht-

pünktchen werden vergrößert ab-

gebildet und das Elcktronenbild wird unfcharf.

ı Elekfronen- Ar bild - Ebene

ZJektronenstrahl

EL NER \

\

3

EEE E= Elektronen-

bild - Ebene

--

Rechts: Abb. 3. Das Kraftfeld ei- Elektronenstrahl

ner um die Röhre herumgelegten

Magnetfpule verhindert das Diver-

gieren der Elektronenftrahlen, fo daß das Bild fcharf bleibt.

nem

\

Im Verlauf diefer Abtaftung wird nun jede der Millionen Photozellen zuerft einmal mit Elektronen aufgeladen. Fällt jetzt Licht auf die Photozellenfdhicht, fo wandert eine ganz beftimmte Zahl von Elektronen ab (als Photozellenanode wirkt die Anode der Kathodenftrahlröhre), die genau der Bildhelligkeit entfpricht. Der kleine Kondenfator fpeichert jetzt die durch den Elektronen- austritt frei gewordene pofitive Ladung fo lange auf, bis der Kathodenftrahl auf feinem Abtaftwege diefen Photozellenkonden- fator trifft und diefen auf dem Wege über die Kathode-Abtaft- ftrahl-Photozellenkondenfator und Widerftand (im Verftärker) entladet. So entladet der Kathodenftrahl auf feinem Abtaftwege nacheinander audı alle übrigen Photozellenkondenfatoren und es kommen Entladungsftromftöße zuftande, die an dem Widerftand im Verftärker Spannungsichwankungen auslöfen, die genau der

(Fortfetzung fiehe nächfte Seite unten) ie f Elektronenoptik Spule f Bildablenkung =- Spule fZeilenablenkung | unsichtbares Elektranenbild

Sichtbares, opti- sches Bild 4

sam Objektiv Flektronenauffänger

fenster . Sekundarelektronen- Verstärker

Rechts: Abb. +. Schnitt durch die Zer- legerröhre der Fern- fehkamera der Fernfch-

gericht yon . Ruf „gunka® Ss nE un“

(Fortfetzung aus Nr. 38)

Sperrkreife und Störfchutziilter.

Sogar bei den Sperrkreifen fanden fich hübfche Neukonftruk- tionen, z. B. die Auffteck-Sperrkreife von Görler (Type F 212 für RM. 8.40 mit 2 Wellenbereichen, F 210 für RM. 5.70 nur mit Mittel- wellenbereich). Der Zweibereich-Sperrkreis enthält zwei Drehkon- denfatoren, was dringend notwendig ift, wenn fowohl auf dem Rundfunk- wie auf dem Langwellenbereich zu gleicher Zeit Stör- fender auszufperren find. Beide Sperrkreife find dauernd in Reihe gefchaltet und werden nicht umgefcaltet. Ähnlich ift der Siemens- Doppelfperrkreis D (RM. 10.—) gefchaltet, läßt fich jedoch zufätz- licherweife durch eine Umfchaltlafche auf verfhiedene Sperrtiefen einftellen, eine bewährte Einrichtung, die von den Siemens- und Telefunken-Empfängern übernommen wurde. Einbereich-Sperr- kreife, ebenfalls mit veränderlicher Sperrtiefe und zum Aufftecken eingerichtet, liefert Siemens für RM. 5.— (Typen M und L). AKE dagegen führt mit der Type T 70 einen kleinen, preiswerten Ein- bau-Sperrkreis mit zwei Wellenbereichen (RM. 2.—), bei dem nur 1 Drehkondenfator vorhanden ift, fo daß entweder ein Mittel- wellenfender oder ein Langwellenfender gefperrt werden kann, aber nicht beide gleichzeitig. Ähnlich ift der Einbau-Eifenkern- {perrkreis von Dema gefchaltet (Type DE 67, RM. 3.80), der jedoch auch für nur einen Wellenbereih zu haben ift (DE 66, RM. 2.60).

Fin befonders hochwertiges Störfchutz-Filter für Einbau liefert Görler mit der erftaunlichen Belaftbarkeit von 1,2 Amp. (Type F 206, RM. 6.75). j

Ein Einbaufperrkreis mit Eifenkernfpule und

Trolituldrehkondenfator wahlweife für den

Rundfunk- oder für den Langwellenbereich erhältlich. Werkphoto Dema.

Transformatoren und Drofieln für Niederfrequenz und Netz.

Wie bei den Induftrie-Empfängern, fo wird auch in der Bafte- lei der Hebung der Empfangsgüte, d. h. der Verbeflerung des Klanges und der Reinigung des Empfangs von Nebengeräufdhen, befondere Aufmerkfamkeit gewidmet. So finden wir z. B. bei Bu- dich einen Breitband-Übertrager (Type ‚„Gegentakt 1:3“, Preis RM. 28.—), der wohl den Gipfelpunkt des bisherigen Übertrager- baus darftellt. Die Frequenzkurve ift praktifch vollkommen flach von 30 bis 10000 Hertz, wenn der Trafo über einen Kopplungs- block von 1 uF an den Anodenwiderftand der Vorröhre gekoppelt wird. Die geringfte auch nur kurzzeitige Gleichftrombelaftung ver- dirbt den Trafo wegen des befonders hodıwertigen Eifens, das hier erftmalig verwendet wird, unrettbar; es ift daher auch unzu- läflig, die Wicklungen mit dem Ohmmeter oder gar mit der

(Fortfetzung von voriger Seite)

Helligkeit der abgetafteten Bildpunkte entfprechen. Diefe Span- |

nungsichwankungen werden verftärkt und f{chließlih dem Bild- fender zugeleitet.

Der Vorteil diefes ‚Speicherverfahrens“ liegt darin, daß für den Abfluß der Elektronen und für die Auffpeicherung der pofi- tiven Ladung ftets die ganze Zeit zwilchen zwei Abtaftvorgängen (das ift !/,, Sekunden) zur Verfügung fteht, während bei der Licht- ftrahl-Abtaftung die Abtaftzeit für einen Bildpunkt nur die Dauer des einzelnen Bildpunktes (bei 40000 Punkten alfo nur 1 Mil- lionftel Sekunden) beträgt.

Während beim Farnsworth-Verfahren die Vorverftärkung durch einen Sekundärelektronenverftärker erfolgt, werden im Vorver- ftiärker des Telefunken-Bildfängers, der ebenfalls gleich mit im Apparatgehäufe untergebracht ift, normale Rundfunkröhren be- nutzt.

Kein Qualitätsunterfchied zwifchen beiden Verfahren.

Ein Qualitätsunterfchied zwifchen beiden Verfahren ließ fich bisher nicht feftftellen. Die Größe der erzielten Bilder hat mit dem Aufnahmeverfahren felbft nichts zu tun, fondern hängt einzig und allein von dem verwendeten Objektiv ab bzw. von deflen

pfeifton vom Lautfprecer fern; fie kann beifpiels-

Die Funkausltellung der Einzelteile

Die Siemens 9-kHz-Sperre mit abgleichbarer Sir- Der

ufer-Spule hält den unangenehmen Überlagerungs-

Breitbandübertrager von Budich verwendet für die Kernbledhe eine teuere Speziallegierung und befitzt vielfach unterteilte Wick- lung. Werkphoto.

weife parallel zum Ausgangstrafo gefchaltet werden. Werkphoto.

Glimmlampe zu prüfen! Verwenden wir einen 0,1-„F-Kopplungs- block, fo entfteht eine Serien-Refonanz bei 30 Hertz; ferner kön- nen die Übertrager auf Wunfh auch mit einer Streurefonanz bei den hödıften Tönen geliefert werden. Unter Ausnutzung diefer beiden Refonanzen gelingt auf einfachfte Weife die Gewinnung der bekannten ‚Breitband“-Frequenzkurven, die bekanntlih an beiden Enden angehoben find ?). Dazupaflende hochwertige Aus- gangsfrafos liefert Budich für verfchiedene Lautfprecher als Type RA für RM. 16.50. Auch die Tonbandregelung’?) ift nun in die Reich- weite des Baftlers gerückt, durch die neuen Budich-Drofleln WD 10 und WD 20 zum Preis von RM. 4.80 bzw. 5.70. WD 10 befitzt ohne Gleichftrombelaftung 10 Hy und ift bei 2 und 4 Hy angezapft, WD 2% hat insgefamt 20 Hy mit Anzapfungen bei 5 und 10 Hy. Außer für niederfrequente Bandbreitenregelung, alfo für das Abfchneiden des Frequenzbandes oberhalb einer willkürlich ver- fchiebbaren Refonanzfrequenz, laflen fich diefe Drofleln in viel- feitiger Weife für Klangregler, gehörrichtige Lautftärkenregelung, Korrektur der Frequenzkurve und ähnlihe Zwecke verwenden. Ein weiteres neues Budich-Bauteil ift der 1:4-Übertrager Type 1:4 S mit einer Schirmwicklung zwifchen Primär- und Sekundär- feite, Preis RM. 6.—. Er ift befonders darauf hin entwickelt, bei Allftrom-Empfängern den Tonabnehmer fpannungs- und brumm- frei ankoppeln zu können, ermöglicht aber audı bei den neuen Hochleiftungs-Endröhren AL 4/CL 4 Schallplattenwiedergabe ohne Vorftufe.

Für die Reinigung des Empfangs außerordentlich wertvoll ift die kleine 9-kHz-Sperre von Siemens (Siemens-Spulentopf H, RM. 2.40), ein niederfrequenter Serien-Schwingungskreis, der zwi- {chen die Anode der Endröhre und Mafle gefchaltet wird. Er be- feitigt ohne weitere Behelligung des Klangbildes das bekannte leife 9000-Hz-Singen, das faft jeder nicht extrem trennfcharfe Emp- fänger beim Abendempfang liefert, ift alfo mit Vorteil bei fämit- lihen Empfängertypen mit Ausnahme fehr trennfcharfer Super- hets anzuwenden. |

2) Vgl. etwa die Frequenzkurve der „Goldenen Kehle“ (Heft 45 FUNK- SCHAU 1935).

3) Vgl. FUNKSCHAU Nr. 6/1936, Seite 46 rechts.

Röhrenkolben Zsolierplaite metallische Gegenplalte Fr

Verstörker

__ + Abfast-Elektranensfrahl

ı

Das Prinzip des Bildfängers nach Zworykin-Telefunken.

Brennweite. Da es fihh bei den Bildfängern um Aufnahmegeräte handelt, die keinerlei mechanifch bewegten Teile befitzen, fon- dern für die Bildaufnahme und Umwandlung der optifchen Hellig- keitswerte in elektrifche Stromimpulfe die trägheitslos arbeitende Photozelle und für die Abtaftung den gleichfalls trägheitslos zu fteuernden Kathodenftrahl verwenden, laflen fih die Bildfänger auch nodı bei den allerhöchften Zeilenzahlen ohne jede Schwierig- keiten benutzen. Herrnkind.

Kondenfatoren.

Als neue Scheibentrimmer für höchfte Konftanz und Verluft- armut zeigte uns Hefcho die abgebildeten drei Größen. Preiswert, klein und für den Einbau in Spulenfätze, insbefondere die Gör- ler-Spulenfätze, geeignet find der Zweifadhtrimmer F 217 (RM. 1.-) und der Vierfachtrimmer F 218 (RM. 1.80) von Görler. Die NSF zeigte mit der Type 695/2 für RM. 1.50 einen befonders für kleine Bandfilter pafienden 40-pF-Doppeltrimmer.

Hodıwertige Präzifions-Drehkondenfatoren werden in neuer Ausführung mit 550 pF Maximalkapazität von Philips geliefert, die Preife find RM. 5.75, 9.60, 13.75 und 17.50 für die Einfach- bis Vierfachtypen. Unter den kleinen Drehkos mit Feftdielektrikum fielen die Mehrfahh-Drehkos von DEMA auf (2x 500 cm RM. 2.40, 3x500 cm RM. 3.60), ferner die Klein- und Differential-Drehkos der gleichen Firma mit angebautem Schalter, und der 10 000-pF- Pertinax-Kondenfator von Ritfcher.

Unter den in die Verdrahtung zu hängenden Rohrblocs finden wir eine neue, reiche Auswahl bei Baugatz, ebenfo liefert die NSF neue, vollffändig lackierte Typen.

Unter den größeren Papierblocks zeigte E. Grunow eine Reihe praktifcher, raumfparender Wickel ohne Gehäufe in den Kapazi- täten 0,1, 0,2 und 0,5 uF. Unter den Kleinkondenfatoren der be- liebten Größe 15 x 30 x 30 mm finden fich eine gute Typenauswahl befonders bei Baugatz. Der Intereflent für Öfzilloniaphie und Fernfehen fei befonders auf die Hochfpannungstypen von Hydra und Jahre hingewiefen, die beide im letzten Jahr zu hoher Voll- kommenbheit entwickelt wurden. Jahre liefert fogar eine Reihe von Mehrfah-Hochfpannungs-Kondenfatoren.

Unter den Elektrolytblocks wird befonders die Philips-Type 32 uF/300 V für RM. 7.95 intereflieren. Jahre ift in Richtung hoher Kapazitätswerte noch einen Schritt weiter gegangen und liefert mit der Type 6631 einen 50-uF-Block für 250/275 V, und zwar in einem Becher 35 mm Durchmefler mal 110 mm Höhe. Überhaupt find die Elektrolytblocks in Alu-Beder bei Jahre neu und er- ftaunlich klein. So werden z. B. die Kapazitäten 15 „F/250/275 V, 8 uF/450/500 V und 5 uF/500/550 V in einem Becher von nur 27mm Durchmefler und 86 mm Höhe untergebracht. Neu find auch die Mehrfach-Elektrolytblocks in Holierftoffgehäufe der gleichen Firma. Aber auch Hydra ift mit den Kapazitäts- und Spannungswerten in die Höhe gegangen, fo finden wir eine neue Reihe mit 550/575 V und die 32-uF-Iype EU 244 für 350/380 V.

Kleine, verfchieden

große Scheibentrimmer, hervorragend verluftfrei auf- gebaut. Werkaufnahme Hefco.

Der Philips - Dreigang- Kondenfator zeidınet fih durdı befonders kleine Abmeflungen aus. Anfıidht von unten. Werkaufnahme.

Skalen.

Heliogen, die Firma, die im Vorjahre erftmalig eine große, teure Skala herauszubringen wagte, hat, durdı den Erfolg er- mutigt, eine neue Großfkala gefchaffen, bei der fich jeder der Eichfchlitze für fidh verf&hieben läßt, fo daß die Skaleneichung verfchiedenen Drehkos und Empfängern angepaßt werden kann, ohne daß der Baftler felber befchriften oder an der Skala herum- kritzeln muß. (Nr. 18530, RM. 19.50.) Eine fehr nett konftruierte Flutlicht-Skala mit völlig fpielfreiem Kettentrieb zeigte Undy mit der Type 357 J für RM. 9.80; der Drehko läßt fih angenehmer- weife bei diefer Skala ganz nach Belieben in der Mitte, rechts oder links hinter der Skala montieren, der Zeiger kann mühelos von einer Stelle der Triebkette losgekuppelt und an einer an- deren wieder feftgehängt werden. Eine wirklich praktifche Löfung für wenig Geld!

Eine Amenit-Doppelfhaltbuchfe, beftehend aus

einer Normalbucdfe und einer Schaltbuchfe,

die beim Einftecken eines Steckers einen Kon- takt umfcaltet. Werkphoto.

Abfeits diefer größeren Skalen ftehen die kleine Länderfkala von Ifopreß (RM. 8.50), von der allerdings noch kein Mufter, zu fehen war, und die praktifche, kleine Kofferempfänger-Skala von Eldoradio.

Eine reizvolle Neuerung, insbefondere für Empfänger mit Kurz- wellenbereich, ift der ‚‚Fein-Grob-Doppelknopf“ Nr. 6301 (RM. 1.95) von Mentor, der auf 6-mm-Welle paßt und ähnlich wie bei Indu- ftrie-Geräten ermöglicht, den Skalenzeiger entweder fchnell oder langfam zu bewegen.

Schalter, Glimmlampen, Zerhacker.

Neu und beide gut durchkonftruiert find die keramifc ifolierten Nockenfchalter von Mentor (z. B. Nr. 6302, 10 Kontakte, RM. 5.90). Eine reiche Auswahl von keramifchen Drehfcaltern finden wir bei Radix und Mentor, Dreh-, Aus- und Umfcalter in ein- und mehrpoliger Ausführung für Starkftromkreife bei Dema, eben- falls eine Sache, die bisher oft vergeblich gefucht wurde.

Die Abftimmröhren der DGL*) wurden in Richtung höherer Lebensdauer weiter verbeflert. Für den Praktiker wertvoll find die Spannungsprüfer diefer Firma, von denen die größere Type einfchließlich Tafhe RM. 7.20 koftet, die kleinere, einem Füllfeder- halter formähnliche RM. 3.60. Erwähnt fei auch der Zündkerzen- prüfer (RM. 1.25) der gleichen Firma. Ähnlich wie der kleinere Spannungsprüfer von der DGL ift der von Roka gebaut (Nr. 1620, RM. 2.80).

Zerhacer für Auto-Empfänger mit 6- und 12-Volt-Batterie mit und ohne Gleichrichterzungen liefert in hochentwickelter Form die NSF, und zwar für eine primäre Kontakt-Belaftung von 20 Watt. Die Zerhacker befitzen fieben Steckerftifte, ähnlich einer älteren Sechspolröhre. Sie arbeiten nach den Erfahrungen des Verfaflers vollkommen geräufdıfrei und betriebsficher, die Preife find RM. 17.— und RM. 27.—.

Schalt- und Montage-Material.

Die Erfahrung zeigte, daß das Trolitul-Hochfrequenz-Panzer- kabel der Firma Keßler noch keine ideale Löfung war, da die Trolitul-Umfpinnung des Innendrahtes leicht zerbröcelte und die Ifolation dadurdı nah dem Einbau meift mangelhaft war. Hier fchafft das ‚‚Acefil“ der gleichen Firma Wandel, denn an die Stelle des Trolitul ift nunmehr ein neuartiger Ifolierfaden getreten, der elektrifch dem Trolitul gleichwertig fein foll, der jedoch den Nach- teil des Zerbröckelns vollkommen vermeidet. Die gleiche Firma zeigte fehr intereflante 2- und 3polige Gummi-Bandkabel, infolge ihrer waflerdichten Ausführung als Auto-Antennen gut geeignet, aber auch für die Verlegung von Stromzuführungen unter dem Teppich des Kraftwagens oder im Heim. Eine keramifhe Durd- führung, überhaupt eine Reihe keramifcher Kleinteile von hohem praktifchen Wert zeigte Radix. Eine Schaltbuchfe, die als Um- fchalter wirken kann, brachte Görler heraus (F 215, RM. 0.80); praktifcherweife umfaßt das Amenit-Preßteil diefer Schaltbuchfe gleich eine zweite, gewöhnliche Buchfe. Einen neuartigen Bananen- ftecker, bei dem die Drahtbefeftigung ohne Schraube einfadı durch Umwickeln und evtl. Verlöten eines fägeartig ausgeftanzten Schaf- tes erfolgt, zeigte Wubo; befonders für fehr dünne Drähte ge- eignet, die fih von Klemmfcdhrauben nicht erfaflen laflen. Ein vierpoliger Einbau-Stecker für Geräte, die über ein Mehrfadıkabel angefchloflen werden, ift die neue Heliogen-Iype 17444, Preis RM. 0.90. Roka bradıte für RM. 0.75 den Sicherungshalter Nr. 1723 heraus, ein Halter mit Einlochbefeftigung und dem be- {onderen Vorteil, daß die Sicherung fchnell ausgewechfelt werden kann, ohne daß man mit fpannungführenden Teilen in Berührung kommt.

Unter den Gitterhelmen für die neuen Röhren fehlte es lange Zeit an der nötigen Auswahl wirklich zweckmäßiger Typen. Nun bringen Görler, Roka und Mentor aber eine reiche Auswahl der verfchiedenften Typen, mit und ohne keramifches Panzerkabel, auf die wir einzeln jedoch hier nicht eingehen wollen. Sehr praktifche Aluminium-Hauben, paflend zu feinen Spulen, zeigte Görler (F 150, RM. 1.—). Der Boden diefer Hauben ift fo ausge- ftanzt, daß die Lötanfchlüffe des bekannten Görler-Nocenfchal- ters nadı oben durchragen können, fo daß die Spulenanfchlüfie überfichtlich und gut gefchirmt ausgeführt werden können.

(Schluß folgt im nächfien Heft)

*%) DGL = Deutfhäe Glimmlampengefellfchaft.

3:8 [Jberrafhend find die Möglichkeiten, die fich der Baftelei beim Aufbau moderner Kleinfuperhets mit einer ZF von 1600 kHz mit maflenweife hergeftellten Standardteilen eröffnen: Selbft der wenig Geübte kann auf diefem Wege billig und ficher zu einem leiftungsfähigen Empfänger kommen. Den erften Beweis hierfür lieferte die kürzlich in der FUNKSCHAU (Heft 31) befchriebene Wecfelftrom-Ausführung des „Quick“.

Lohnt fich die Allftrom-Ausführung für den Wechielftrom-Mann?

Für Allftrom-Betrieb können wir zwar nicht fo extrem billig bauen, wie für einen Wechfelftrom-Betrieb, gewinnen jedoc einen Empfänger von gefteigertem Gebraucswert: Ein modernes All- ftromgerät können wir ohne weiteres und ohne daß dies eine be- fonders verteuerte Sonderausführung verlangt, mit der neuen Hochleiftungs-Endröhre CL4 beftücken! Es können fomit audı überdurcäfcnittliche Anfprüde an die Tonfülle und Ver- zerrungsarmut erfüllt werden. Dies muß im Falle „Quick“ befon- ders unterfirichen werden, denn im allgemeinen fieht der Baftler die univerfelle Verwendungsmöglidikeit des Allftrom-Empfängers als deflen einzigen Vorzug an.

Die Schaltung.

In den Grundzügen ift die neue Schaltung wieder genau die gleiche wie die ältefte ‚‚Volksfuper“-Schaltung aus dem Jahr 1934, trotz der in jeder Beziehung wefentlich gefteigerten Leiftungen. Der Beweis dafür, daß eine Schaltung richtig durchdacht ift, kann ja nicht befler geliefert werden als dadurdı, daß fie über Jahre hinweg auch bei Neukonftruktionen beibehalten wird.

Wir finden daher im Eingang zunäcdft einen hochwertigen Sperrkreis mit der wichtigen Aufgabe, die Bildung von 1600-kHz- Oberwellen und damit von Pfeifftellen zu verhindern, ferner ein Potentiometer, das die Eingangsfpannung fo zu dofieren hat, daß die Mifchröhre und der Empfangsgleichrichter audı bei hohen Empfangsfeldftärken einwandfrei arbeiten können. Die Erzeugung der Hilfsfrequenz und ihre Mifhung mit der Empfangsfrequenz erfolgt mit der Adhtpolröhre CK 1; wir finden in ihrer Schaltung als Befonderheit die Verwendung eines normalen 500-cm-Drehko ohne Trimmer zur Abftimmung des Ofzillatorkreifes, was wieder- um die Möglichkeit zur Verwendung von Standardteilen erwei- tert und die Inbetriebnahme des Gerätes vereinfacht.

Das Dreipolaudion mit nachfolgender Trafokopplung befitzt im Rückkopplungszweig einen Serienblock von ca. 50 pF', der die Be- dienung des Rückkopplungsdrehko unkritifh mact. Im Verein mit der Tatfache, daß die Rückkopplung unferes Super beim Durchdrehen der Skala nicht bedient zu werden braudt, können wir daher den Rückkopplungs-Regler als hochfrequenzfeitigen Bandbreitenregler anfprechen, d. h. nicht als Bedienungserfchwe- rung, fondern als eine Erweiterung der Möglichkeiten des Emp- fängers. Natürlich ift das Gitter eines Audions mit 2 MQ Ab- leit-Widerftand bei Allftrombetrieb hochempfindlich gegen alle Netzbrumm-Einftreuungen, doch ließ fich diefe Schwierigkeit durch geeignete Abfchirmungen einwandfrei meiftern.

Die Hochleiftungs-Endftufe unterfceidet fich äußerlich von der bisher beim W-Modell verwendeten lediglich durch die indirekte Heizung und den 500-2-Widerftand, der zur Behebung der Gefahr ultrakurzer Schwingungen unmittelbar vor dem Gitter-Anfchluß der CL 4 liegt.

Kathodenieitige Siebung bei C-Röhren unbrauchbar?

Der FUNKSCHAU-Lefer erinnert fich vielleiht daran, daß Verfafler vor einiger Zeit vorfchlug, die Siebung bei Allftrom- Empfängern einfach durch den Kathodenwiderftand der Endröhre vorzunehmen und damit fich fowohl die Netzdroflel wie befondere Spannungsverlufte zu erfparen; dazu war allerdings wefentlich,

Das Gerät fenkrecht von oben gefehen. Links die Mifchröhre, benach-

bart das Eingangstilter; rückwärts von links nach rechts: Audionröhre,

NF-Trafo, Endröhre und Gleichrichterröhre. Vgl. auch die Gefant- anficht des Empfängers auf der Titelfeite.

daß die Schutzgitterfpannung der Endröhre und die Audion- Anodenfpannung wirklich gut nachgefiebt werden. Diefe Anord- nung wurde mit beftem Erfolg bei dem Allftrom-Kleinzweier „VvX“ verwendet).

Der wichtigfte Gedanke diefer Schaltung, nämlich, daß wir uns durch Nachfiebung der Schutzgitterfpannung der Endröhre viel Siebmittel im Hauptanodenftromkreis erfparen können, wurde auch beim Allftrom-Quick fehr zu feinem Vorteil durchgeführt, obwohl fich in diefem Fall als empfehlenswert herausttellte, eine kleine Netzdroflel anzuwenden ohne die Schutzgitter-Siebung wären eine fehr reichlich dimenfionierte Droflel oder wefentlich größere Siebkondenfatoren nötig gewefen. Die kathodenfeitige Siebung, die bei V-Röhren mit fo gutem Erfolg erprobt worden war, erwies fidı jedoch beim vorliegenden, mit C-Röhren arbeiten-

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Das Schaltbild des Quick in Allftromausführung. Links unten: Wie die Schal- tung fein muß bei Verwendung eines Spezialtrafo mit Schirmwicklung und Tonabnehmerfchaltung für die Schallplattenwiedergabe.

den Gerät als unbrauchbar, da die in einer folchen Schaltung zwi- {chen dem Audionfaden und der Audionkathode liegende Stör- {pannung fich bei der mit 2 MQ2 Ableitwiderftand betriebenen CC 2 unangenehm bemerkbar machte, während die im „VX“ unter faft den gleichen Bedingungen arbeitende VC1 einwandfreie Ergeb- niffe lieferte. Es beftehen alfo wohl Unterfhiede in der Faden- abfdıirmung zwifhen der VC1 und der CC2, die die Anwendung der kathodenfeitigen Siebung in unferem Fall verbieten. Bedauer- lich ift dies jedoch nicht, wenn wir die neue Hochleiftungs-Endröhre verwenden, deren Gittervorfpannung nur ca. 8,5 Volt bei 220 Volt und ca. 4,5 Volt bei 110 Volt Betriebsfpannung beträgt; diefer Spannungsverluft fpielt ja im Gegenfatz zu den älteren Röhren, die mit höheren Gittervorfpannungen arbeiten, praktifch keine Rolle, fo daß auch der Anwendung fpannungsfparender Sonder- fchaltungen in diefem Fall keine befondere Bedeutung zukommt.

Die Stromverforgungsfähaltung fieht daher wieder fehr ‚nor- mal“ aus und weift als Befonderheiten nur noch die Schutzgitter- Siebung und die Möglichkeit zur Einfchaltung eines Heizblocks auf. Durdı diefe Maßnahme kann bei 220 Volt Wechfelfirom er- reicht werden, daß der Empfänger nicht mehr Heizleiftung ver- braucht als bei Anfchluß an 110 Volt. Es wird nämlich bei Verwen- dung des Heizblocks der 110-Volt-Abgriff des Heizwiderfiandes benutzt und die dann noch übrigen 110 Volt fallen ohne jede Wärmeerzeugung, die wir bekanntlich iinmer teuer bezahlen müß- ten, obwohl wir gar keinen Wert darauf legen, am Heizblock ab. Laflen wir diefen Block weg, fo ift beim Übergang von Wechfel- auf Gleichfirom keinerlei Umfchaltung notwendig. Das Gerät ent- hält daher lediglich eine Vorrichtung zurSpannungsumfcdal- tung. Durd eine einfache Kontaktlafhe wird einmal der Heiz- kreis den verfchiedenen Spannungen angepaßt, durch eine zweite Kontaktlafche wird erreicht, daß die Schwinganoden- und Schirm- gitterfpannung der Achtpolröhre bei 110 und 125 Volt einerfeits

1) Siehe FUNKSCHAU-Bauplan 142.

Die Allitrom-Äusführung des erfolgreichen Kleinfuper aus Heft 31. Gefamtpreis mit Hochleiftungs-Endröhre CL4 nur ca. RM. 100.-. Preis des Röhreniatzes RM. 52.-. Wieder ein Gerät ohne Bau- und Abgleichichwierig- keiten, wahlweile mit Stromipar-Schaltung zu bauen an Hand des in Kürze ericheinenden Bauplans.

Der Hauptwiderftand befitzt eine Reihe

von Schellen, die richtig an die Span-

nungsumfcaltleifte angefchloflen fein

müflen. Hinter dem Widerftand die im

Abf&irmmantel befindliche Gleichridh- terröhre.

oder bei 150 und 220 Volt andererfeits ftets auf Werten gehalten wird, mit denen fih einwandfrei arbeiten läßt.

Natürlich ift das Chaflis {pannungführend, wie wir dies beim modernen Allftrom-Empfänger gewohnt find.

Wieder ein fertig geftanztes Chaflis! Wie beim W-Modell des Quick, fo genießen wir auch bei der

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herausziehen wollen, audı leiern fih in Aluminium die Schrauben- gewinde zu leicht aus. Das Arbeiten mit Gewinden anftatt mit Gegenmuttern aber fei unbedingt empfohlen, da dann der Zu- fammenbau der Einheit fehr viel einfacher wird.

Die Mifceinheit ift genau diefelbe wie beim W-Modell, mit dem einzigen Unterfhied, daß an die Stelle des 20000 2/1 Watt- Widerftandes ein folcher mit 5000 Q@ und 0,5 Watt Belaftbarkeit tritt. An Hand der Lichtbilder und des Schaltbildes ift der Aufbau diefer Einheit noch nie fchwergefallen, doch fei nochmals an die Notwendigkeit abfolut fauberer Arbeit erinnert.

Die Faflung der Audionröhre montieren wir mittels zweier Di- fianzrollen 8 mm über dem Chaflis. Sie würde fonft auf der Unter- feite des Chaflis dem ZF-Filter im Wege ftehen.

Wir gehen nun an die Gefamtmontage und haben zu beachten, daß der Hauptdrehko vor dem großen Elektrolytblock montiert werden muß, die Mifcheinheit und das Eingangsfilter vor dem ZF-Filter, das mit zwei Winkeln an der feitlichen Pertinax- Buchfenleifte hängt; fämtliche Buchfen diefer Leifte bis auf die zwei für Antenne und Erde benötigten haben wir zuvor mit der Zange entfernt.

Wollen wir uns die Verdrahtungsarbeit ganz befonders leicht machen, fo legen wir die Heizleitungen fchon vor dem Einfetzen des großen Kombinationsblocs, d. h. folange unter dem Chaflis noch gähnende Leere herrfcht. Die übrige Verdrahtung ift wirklich nicht fdıwer, da fämtliche Kapazitäten des Gerätes in dein großen Becher vereinigt find, fo daß der Verdrahtungsraum außerordent- lich entlaftet wird. Auch haben wir fo ftatt fünf Minuspolen nur einen einzigen anzufcließen, die übrigen Verbindungen hat be- reits die Kondenfatorenfabrik innerhalb des Bechers vorgenommen.

Beim Audion müflen wir einen Gitterhelm mit eingebauter Gitterkombination verwenden oder uns in den handelsüblichen Helm eine Gitterkombination 2 MQ--100 cm oder einen Roll- block 100 pF und einen Widerftand von 2 MO einbauen. Der Helm felber ift über ein Stück Litze elektrifh mit dem Chaflis zu ver- binden, die Leitung vom Helm zum ZF-Filter dagegen darf nicht a werden; fie ift ja gegen Netzton auch gänzlich unemp- indlich.

Aud beim Gitterkreis der CL4 ift einige Sorgfalt notwendig. Das blaue Drahtende des NF-Trafo führen wir durdı die obere vordere Hohlniete diefes Trafo auf die Seite der CL4, wo es mit

neuen Allfirom-Ausführung den großen Vorteil, ein für wenig Geld erhältliches, fertig geftanztes, formftarres Chaflis verwenden zu können. An Nachbearbeitung ift bei diefem Chaflis nur folgen- des notwendig: Bohren für die Lautfprecher-Buchfen, für die lon- abnehmer-Buchfen und den Tonabnehmer-Umfcalter (f{. unten‘), für die Montagefchrauben des Eingangsfilters, für die beiden Durchführungen der Sperrkreis-Zuleitungen, für die beiden Halte- fchrauben der Mifcheinheit, fowie die Befeftigungslöcher für den Heizblock, falls wir einen folchen einbauen wollen. Links vorne wird das Loch zur Montage des Eingangspotentiometers auf 9 mm ausgefeilt, wobei der obere Rand des eingeftanzten Loches ftehen bleiben muß.

Eine Blecharbeit, die wir uns vielleicht zunächft einmal probe- weife erfparen können, ift die Anfertigung des Abfchirmkamins, den wir auf den Lichtbildern bei der Gleichrichterröhre CY1 er- kennen. Der Zweck diefer Abfchirmung ift, die Brummfelder der CY1 von der hochempfindlichen CL 4 abzuhalten; dadurcdı wird eine manchmal auftretende Netzbrummquelle auf einfache Weile befeitigt. Den Kamin fertigen wir uns aus Weißblech 0,5 mm. Er muß natürlicdı fo montiert werden, daß unten die für die Gleich- richterröhre nötige Kühlungsluft reichlich Zutritt hat.

Als letzte der mechanifchen Arbeiten folgt die Anfertigung des => großen Bügels für die Mifcheinheit. Wir verwenden hierzu Eifen- Den größten Raum unterhalb des Chaflis nimmt der Kombinations-

. Fa Es . Elektrolytblock ein. Links von ihm befindet fidı die Netzdroflel, rechts oder Meflingblec 2 zul: Aluminium dürfte fich m leicht durch- von ihm das ZT'-Tilter. Es gibt hier, wie das Bild erkennen läßt, wenig biegen, wenn wir einmal eine ftreng fitzende Röhre einfetzen oder zu verdrahten. Sämtliche Aufnahmen Monn.

Eine bisher von keiner Rundfunkröhre erreichte Steilheit von 9,5mA/V besitzt die neue

TELEFUNKEN-

Fa HOCHLEISTUNGS-ENDROÖHRE AL 4 DATEN: Das bedeutet eine mehr als 3fache Steigerung der Verstärkungs- U BR Sr ne in der Endstufe. Mit einer Gitterwechselspannung von - f e 3,6 Volt eff. läßt sich eine Sprechleistung von 4,3 Watt erzielen. N ca. 1,75 Amp. Dadurc ist eine einwandfreie Wiedergabe auch der lautstärksten j : Musikstellen unbedingt gesichert. Diehohe Verstärkung dieser End- N. max = 9Watt röhre gestattetin jedem fall die Anwendung der verzerrungsarmen a un, und billigen Widerstandsankopplung. Ein vorgeschalteter Gitter- Un,nx = 30 Volt leichrichter [AF7) arbeitet im günstigsten Bereich der Richtkurve. Die AL4 besitztgleiche Betriebsspannung u. gleichen Anodenstrom- U g IX = 250 Volt verbrcuch wie die Röhren RES 964, ALI und AL2. Eine Auswechslung U er 6 Volt gegen dieseTypen ist dahermit geringem Aufwand leicht möglich. gl $ Umbaumaßnahmen: Kathodenwiderstand ändern, Schutzwiderstand | —= %mA egen Ultrakurzschwingungen vorsehen, evtl. Drossel- oder Trans- gERsE SE: % x ormatorankopplung gegenWiderstandsankopplung auswechseln. 444 8; ca. DO KOhm WEITERE TECHNISCHE AUSKUNFTE ERTEILT GERN: ENSABRSE R SFSBSEBE

Alopi= "Car ZN Ohm a u Be Ze ZT N GE 2 VE ce Dr -0 U. -@ N SWI11, HALLESCHES U u Zee 2 Ge Eu, Ogu (Veit)

320

dem fekundärfeitigen 200-pF-Block und mit dem 500-2-Dämp- fungswiderftand verlötet ift. Der andere Anfchluß des Blocks ift

Das ZF-Filter unterhalb des Chaflis. Ein Bild, das die Anordnung und Ver- drahtung diefes wichtigen Teils des Gerätes befonders deutlidı zeigt.

mit der unteren Hohlniete des NF-Trafo verlötet und liegt auf diefe Weife an Mafle; vom 500-02-Widerftand gehen wir über ein kurzes Stück Panzerrüfch, deflen Mantel ebenfalls mit der unteren Hohlniete verlötet ift, an das CL 4-Gitter. Alles weitere geht aus dem Verdrahtungsplan einwandfrei hervor. (Schluß folgt)

Ein neuartiger felbittätiger Schalter für Stummabltimmung

Selbfttätige Krachtöteranordnungen, die zufätzlihe Röhren erfordern, find des großen Aufwandes wegen unbeliebt. Statt deffen verwendet man heute vielfach eine wahlweife Umfchaltung, die geftattet, den Empfänger während der Vornahme der Ab- fiimmung auf geringe Lautftärke umzufdalten. Hier wird nun ein neuer Vorfchlag gemacht, der eine felbfttätige Krachtötung auf mechanifchem Wege vorfieht. Der Vorfchlag geht dahin, den Abftimmknopf fo mit dem Empfindlichkeitsfchalter zu vereinigen, daß bei Anfaffen des Knopfes oder bei feiner Drehung der Emp- fänger zwangsläufig auf geringere Empfindlichkeit geftellt wird. Der Weg zur praktifchen Löfung ift vielfältig. Es ließe fich den- ken, in den Knopf Schalter einzubauen, die beim Anfaflen aus- gelöft werden. Diefer Weg erfcheint jedoch verhältnismäßig kom- pliziert. Einfacher ift es, durch die Drehung des Knopfes eine gleichzeitige achfiale Verfchiebung, und dadurch eine Umfchal- tung zu bewirken, ähnlich wie bei den Handkurbeln der alten Telefonapparate. Dort ift in der Acdhfe ein zu ihr fenkrechter Stift eingelaflen, der in einer fhrägen Nute des Achslagers läuft. Diefe Anordnung hat aber den Nachteil eines toten Gangs. Hier fei eine befonders einfache Löfung mitgeteilt, die eigentlich nur in einer befonderen Ausbildung des Abftimmknopfes befteht.

Das Prinzip ift in der Abb. 1 dargeftellt. Man erkennt dort den Abftimmknopf A, deffen Achfe das Rad R zum Antrieb des mit den Abftimmorganen in Verbindung ftehenden Seilzuges S trägt. Diefe Achfe ift innerhalb des durch die Begrenzungsringe B ge-

ebenen Raums von etwa 2 bis 3 mm in ihrer Längsrichtung ver- chiebbar angeordnet und wird für gewöhnlich, d. h. in der Ruhe- lage, von der Feder F nach vorn aus dem Gerät herausgedrüct. Der Knopf befteht aus zwei mit ihren Grundflächen aneinander- ftoßenden Stumpfkegeln. Faßt man am vorderen Knopf an, fo wirkt fich eine Kraftkomponente, deren Größe von der Steilheit des Kegels abhängt, in Richtung zur Frontplatte aus und fchiebt infolgedeflen während des Abftimmvorgangs die Achfe vollkom- men zwangsläufig in den Empfänger hinein. >

Diefe Verfhiebung läßt fih auf mancherlei Weife zu einer Empfindlichkeitsbeeinfluflung verwenden. Beifpielsweife könnte man einen Schalter anwenden, der aus einer gegen das Achsende drückenden Kontaktfeder befteht. Solche Umfcaltung führt aber leicht zu zufätzlichen Knackgeräufchen, die nicht im Sinne einer Vorrichtung zur Krachtötung liegen. Man kann zwar diefe Knack- geräufche durch befondere Maßnahmen unterbinden, einfacher erfcheint aber der hier gezeigte Weg, mit Hilfe der achfialen Ver- lagerung durch eine Kapazitätsänderung eine Empfindlichkeits- verringerung herbeizuführen. Zu diefem Zweck trägt die Achfe an ihrem Ende eine runde Kondenfatorfdheibe K,, die fih in der Ruhelage der Abftimmung in einigem Abftand von einer zweiten Platte K, befindet. Bei der Verfchiebung nähern fich die Platten, und es tritt eine erhebliche Kapazitätsänderung ein, durch die beifpielsweife die Rückkopplung verringert, eine Zwifchenfrequenz- ftufe gegenüber den anderen verftiimmt oder die Antennenan- kopplung verringert werden kann.

Für den letztgenannten Fall ift eine Differentialankopplung befonders zu empfehlen (Abb.2), da man auf diefe Weife die Fingangsfpannung bis nahe auf Null herabfetzen kann. Dies wiederum ift notwendig, damit nicht durch den Lautftärkeaus- gleich des Empfängers der Lautftärkeverluft wieder aufgeholt wird. Eine vollkommene Stummabftimmung ift hierbei nicht zweck- mäßig, da man fich in der Einftellung dann ja nicht nach dem Abftimmungsanzeiger richten kann. Die Lautftärke foll vielmehr

nur fo weit verringert werden, als notwendig ift, um die Störun- gen, die immer beim Drehen von Sender zu Sender zu hören find, unhörbar zu machen. Übrigens ift es günftig, die zweite Platte des Kondenfators etwas federnd nachgiebig anzuordnen, damit bei leichtem Nachlaflen des Drucks, wie er vorübergehend während der Einftellung erfolgen kann, fich die Platten noch nicht voneinander entfernen, fondern